Zwischen Uçhisar und Göreme liegt eines der schönsten Wandertäler Kappadokiens: das Taubental (türkisch Güvercinlik). Seinen Namen verdankt es tausenden Tauben – und den kunstvollen Taubenschlägen, die die Menschen hier über Jahrhunderte in den weichen Fels gegraben haben.
Warum „Taubental“?
In die Felswände des Tals sind unzählige kleine Taubenhäuser gehauen – manche bemalt, manche mit kleinen Öffnungen versehen. Das hatte einen handfesten Grund: Der Taubenkot war über Jahrhunderte ein wertvoller natürlicher Dünger für die Weinberge und Gärten Kappadokiens. Tauben galten zudem als Boten und brachten, so der Glaube, Glück. So entstand eine ungewöhnliche Partnerschaft zwischen Mensch und Vogel, die das Tal bis heute prägt.

Die Wanderung
Der Wanderweg durchs Taubental verbindet Uçhisar und Göreme und ist etwa vier Kilometer lang. Er führt durch eine grüne, von Feenkaminen gesäumte Schlucht – mal schmal, mal weit, immer abwechslungsreich. Es ist eine der zugänglicheren Wanderungen der Region und perfekt, um Kappadokien einmal zu Fuß und in Ruhe zu erleben.
Der berühmte Aussichtspunkt
Am oberen Ende, nahe Uçhisar, liegt der bekannte Aussichtspunkt mit Blick über das gesamte Tal bis zum Burgfelsen. Hier steht auch der vielfotografierte Wunschbaum, behängt mit blauen „Nazar“-Glasaugen gegen den bösen Blick – ein beliebtes Fotomotiv und ein Stück gelebte Tradition.
Tipps für deinen Besuch
- Richtung wählen: Von Uçhisar nach Göreme geht es überwiegend bergab – die angenehmere Variante.
- Feste Schuhe: Der Pfad ist teils sandig und uneben.
- Wasser & Sonnenschutz: Im Tal gibt es wenig Schatten.
- Beste Zeit: Morgens oder am späten Nachmittag – schöneres Licht, angenehmere Temperaturen.
- Kombinieren: Perfekt mit einem Sonnenaufgang in Uçhisar und anschließendem Abstieg nach Göreme.
Das Taubental zeigt eine leisere, fast poetische Seite Kappadokiens – wo Felsen, Wein und Tauben seit Jahrhunderten zusammengehören.

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